Henning Scherf

Als Bremer Bürgermeister für den ADFC aktiv: Henning Scherf, hier als Schirmherr der ADFC-ÖVB-Fahrrad- Sicherheitswochen 2003 in der Grundschule Lessingstraße
Der langjährige Bremer Senator und Bürgermeister Henning Scherf wurde mit 41 Jahren am 6. Juni 1979 ADFC-Mitglied, ist also eines der ersten Mitglieder.
In seinem Buch „Grau ist bunt – was im Alter möglich ist“ (Herder, Freiburg 2007) beschreibt er die Anfänge: „Die Bremer Gruppe hat Radwanderungen nach Worpswede und Grasbergorganisiert und später Radwanderwege entwickelt. Für diese Wegenetze haben wir dann politischeÜberzeugungsarbeit in den Landkreisen geleistet.
Später haben wir Reiseführer über unsere Radtouren geschrieben, mit praktischen Tipps, welche Strecken man gut in einem Tag schaffen kann, welche Sehenswürdigkeiten am Wegesrand liegen und welche Übernachtungsmöglichkeiten es gibt.“
Die Vorzüge des Radfahrens preist er so: „Man kommt vor die Tür, ist unter Menschen, tut etwas für seine Kondition, entdeckt wunderschöne Flecken in der Landschaft, die man mit anderen Verkehrsmitteln kaum erreichen würde, und bekommt all dies für wenig Geld.“
Harald Vogt
Fünfzehn Jahre lang hat Harald „Hacky“ Vogt die provisorische Fahrradstation in den zunächst roten, später gelben Containern als Pächter betrieben.
Seit März 1988 gehörte er zum Bahnhofsplatz genauso wie der Wurstpavillon.
Hacky kannten auch fast alle – und er sie.
Bei ihm holten sich die Rad fahrenden BremerInnen fast im Vorbeifahren kostenlosen Rat oder ein Ersatzteil, denn keine Ladentür trennte die Kundschaft vom Service rund ums Rad – fast alles Open Air. Kleinigkeiten wurden meistens sofort behoben.
Wenn’s mal länger dauerte, bekam man bei Hacky auch
ein Leihrad.
Außerdem verkaufte er Neu- und Gebrauchträder, die Fahrradkarte für den nächsten Ausflug und immer das pedal. Einen Scherz und ein Eukalyptusbonbon gab’s gratis dazu. Kamen Radtouristen aus dem Bahnhof, konnten sie die bunten Container nicht verfehlen.
Heiß begehrt bei Dauerkunden waren die vier abschließbaren Park-Boxen. Sicheres Fahrradparken unter Dach konnte die offene Fahrradstation leider nicht bieten, lediglich eine Reihe von besonders gut verriegelbaren Fahrradständern war monatlich anzumieten.
Nichts zum Reichwerden, aber das Auskommen war gesichert – zeitweise auch für einen Mitarbeiter.
Wirtschaftlich schwere Zeiten hatte Harald Vogt jedoch durchzustehen, als während der Umbauphase des Bahnhofsplatzes die Container vorübergehend in der hintersten Ecke verschwinden mussten, wo sie kaum noch jemand fand.

Provisorien dauern bekanntlich etwas länger. Dieses dauerte einundzwanzig Jahre – geduldet von der Stadt Bremen.
Denn 1982 zauberte ADFCGründungsmitglied Jan Tebbe diese Container auf den Bahnhofsplatz – als Keimzelle einer Fahrradstation. Damit wollte er Bremen auf „niederländisches Niveau“ heben.
Heute in der Neustadt
Als 2003 die neue Radstation bezugsfertig war und sich Jan Tebbes Traum erfüllte, mussten die Container endgültig weichen.
Harald Vogt zog mit seinem Betrieb auf die andere Weserseite um. Die Fahrradstation Neustadt ist auch ohne Parken und Verleih ein gutgehendes Geschäft geworden.
Dort fühlt er sich heute sichtlich wohl- der ADFC freut sich mit und dankt seinem langjährigen Fördermitglied und Weggefährten Harald Vogt fürdie Treue!
Text: Brigitte Breyling
Foto: Sigrun Bösemann/ Hannah Grundey