„Man muss eben Lobbyist sein ….“ ( Jan Tebbe)

Kommentar von Jan Brüning

Ja, wir sind Lobbyisten. Wir vertreten Interessen. Unsere Interessen als Radfahrer im Alltag und in der Freizeit. Wir haben einiges durchsetzen
können, vieles noch nicht.

In zwei Richtungen gefahrlos befahrbare Einbahnstraßen, komfortable Radstationen, erfolgreiche Aktionen wie „Mit dem Rad zur Arbeit“, jede Menge Radtouren, das Fahrrad als allgemein akzeptiertes modernes Verkehrsmittel und ein starker Verband,der die Interessen der Radfahrer vertritt – alles heute Selbstverständlichkeiten für Menschen, die wie ich, zur Zeit der ADFC-Gründung noch gar nicht auf der Welt waren Umweltschutz ist kein Nebenthema mehr.

Er steht auf der Agenda der ganz großen Politik. Die Erkenntnis, dass das Verkehrsmittel Fahrrad den zusammenbrechenden Stadtverkehr entlasten kann und stärker in die Stadtplanung eingebunden wird, ist auch unser Verdienst. Auch wer auf zwei nicht motorisierten Rädern zur Arbeit fährt, wer schwärmerisch vonseinem neuen und mit allen damals  nicht erdenklichen Extras ausgestattetem „Bike“ erzählt, wer seinen Urlaub mit vollen Packtaschen in Regen und Hitze verbringt – all diese Menschen werden nicht mehr belächelt.

Keine Exoten, ganz normaler deutscher Durchschnitt. Normal ist leider aber auch, dass nicht alle Rad fahren oder sich ein Fahrrad leisten können. Damit ist ihnen zwarauch Freude, vor allem aber Mobilität  und Selbstständigkeit genommen. Ich meine: Das darf nicht sein! Mehr soziales Engagement könnte das Profil des ADFC künftig ergänzen. Dass darüber die erfolgreichen „Urtugenden“ – Verkehrspolitik und, ja, Freizeitgestaltung
– nicht vernachlässigt werden dürfen, versteht sich von selbst.

In diesem Sinne: Es ist viel erreicht, es fehlt noch vieles und ein Ende istnicht abzusehen.

Foto: Hannah Grundey

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