Manche Fahrradtüftler suchen nach noch flacheren Liegerad-Konstruktion, um ein möglichst windschlüpfriges Profil zu gewinnen. In eine ganz andere Richtung ging der Konstrukteur und Kunstradsportler Werner Bartsch: Er baute sich ein „tall bike“.
Wie man aufsteigen und losfahren – ja, vor allem wieder absteigen kann, ohne sich die Knochen aufzuschlagen, das zeigt Werner Bartsch am 6. September 2009 beim ersten autofreien Sonntag in Bremen.

Aus einem alten Kunstfahrrad der Marke Göricke baute er sich sein Rad für den Überblick übers Ganze. Das Fahrrad hat natürlich keinen Freilauf und keine Rücktrittbremse, sondern kann in beide Richtungen gefahren werden. Genaugenommen ist es also ein „Fixie“.

Bereits als Kind war Werner Bartsch von Rädern begeistert und wurde sogar niedersächsischer Landesmeister im Kunstradfahren: „Während die anderen Kinder Fußball spielten, baute ich mein Fahrrad um und übte Rückwärtsfahren“.

„Wir haben uns schon für’s Radfahren engagiert, bevor es den ADFC gab“ berichtet der 69-jährige.
Ein altes Banner der traditionsreichen Aktion „Mobil ohne Auto“ liegt noch in seiner Garage. Das kann für den ersten autofreien Septembersonntag jetzt wieder hervorgeholt werden.

Gebaut hat er viele Fahrradspezialitäten in der Familienfirma, Ernst Bartsch Stahlbau GmbH, die mittlerweile von seinen Söhnen geführt wird. Einiges davon wird am 6. September ebenfalls in der Bremer Innenstadt vorfahren.
Übrigens: Werner Bartsch ist auch ein begeisterter Fotograf und Filmer. Seine Filmbeiträge werden regelmäßig im Bremer Sport TV übertragen. „Damit will ich Kinder verleiten, mehr nach draußen zu gehen oder in die Sportvereine zu kommen.“ Die Hoffnung gilt auch für den 6. September, dass Computer-Kids und Couch-Potatoes hinter dem Bildschirm hervorgelockt werden!
_____________________ Fotos: Hannah Grundey
Verfasst von ADFC Bremen Blogger 
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