Radfahren in der Fußgängerzone

Das heiße Eisen: Radfahren in Fußgängerzonen in Bremerhaven, Bremen-Nord und Bremen. Mit seiner Aktion „Rad.fahren.erlauben“ wagte sich der ADFC-Arbeitskreis  „Brennpunkt“ im September 2009 2008 an das heikle Thema „Radfahren in Fußgängerzonen“. Die Forderung: Freigabe von Bahnhofsplatz, Obernstraße und Gerhard-Rohlfs-Straße.

Auch in Vegesack ist der ADFC seit Jahren in der Sache aktiv. 2007 wurde der Antrag der ADFC-Stadtteilgruppe Bremen-Nord, das Radfahren in der Gerhard-Rohlfs-Straße zu erlauben, abgelehnt, obwohl dort wenig Fußgänger unterwegs sind. Stadtteilsprecher Klaus Wilske versichert: „Wir versuchen es weiter! Zumindest auf dem Teilstück wo Lieferverkehr von 19 bis 11 Uhr stattfindet, sollte auch das Radfahren erlaubt sein.“

Das haben die Bremerhavener schon erreicht. Sie wollen allerdings die Fahrerlaubnis in der „Bürger“ (Bürgermeister-Smidt-Straße) rund um die Uhr. Dafür demonstrierten im Sommer über 100 Personen – ein Aktionsbündnis von ADFC und anderen Organisationen (Foto). Aber Politik und Verwaltung in Bremen und Bremerhaven  haben sich in diesem Punkt noch nicht bewegt.

Hier geht es
Was in Städten wie Frankfurt am Main, München, Münster, Hannover und Leipzig vorwiegend mit  guten Erfahrungen praktiziert wird, sollte auch in Bremen möglich sein, meint der ADFC. Je nach örtlicher Gegebenheit, werden Fußgängerzonen außerhalb der  Geschäftszeiten und während der Warenanlieferung fürs Radfahren geöffnet. Auch in Bereichen, wo wenig Fußgänger unterwegs sind und dort, wo Busse oder  Bahnen fahren ist Mischverkehr möglich.

…und die City gewinnt
RadfahrerInnen in der City sind auch Kunden. Sie haben ein Interesse daran, direkt die Geschäfte anfahren und das Fahrrad in der Nähe der Ladentür abstellen  zu können. Vor allem, wenn sie mehrere Einkäufe hintereinander zu erledigen haben. Radfahrer fahren nicht zum Einkaufen auf die „Grüne Wiese“. Sie lassen ihr  Geld in der Innenstadt oder in den Stadtteilzentren und sind von daher ein wichtiger Kundenkreis für die Innenstadtgeschäfte. Voraussetzung dafür sind jedoch  gute Erreichbarkeit und eine attraktive Infrastruktur. Dipl. Ing. Iris Utzmann schreibt in „City-Marketing-Fahrrad“: „Und das  Radfahrer besonders wertvolle Kunden sein können, zeigt ein Beispiel aus den Niederlanden: 31 Prozent der Besucher kommen mit dem Fahrrad in die Groninger City, sind aber an 34 Prozent  des Umsatzes beteiligt.“

So geht es
Radfahren in Fußgängerbereichen braucht klare Regeln: Durch entsprechende Beschilderung („Fußgängerzone – Radfahrer frei!“), begleitende Öffentlichkeitsarbeit und Kontrollen sollte den Radfahrenden bewusst gemacht werden, dass sie in der Fußgängerzone nur Gast sind.

„Der ADFC hat wenig Verständnis dafür, dass in Bremen und Bremerhaven die Uhren anders gehen sollen.“

Bei einer Demonstration des Aktionsbündnisses „Radfahren in der Bürgermeister- Smidt-Straße“ am 21. August 2008 in Bremerhaven: Vom Konferenzrad aus vertraten ihre Position zum Radfahren in der „Bürger“: Walter Müller, Stadtverordneter der Linken, Mark Ella, Vorsitzender der FDP-Fraktion, Ludger Koopmann, ADFC-Landesvorsitzender, Gisela Wiegel, Vorsitzende des Nord- Süd-Forums. ADFC-Chef Ludger Koopmann: „Der ADFC hat wenig Verständnis dafür, dass in Bremen und Bremerhaven die Uhren anders gehen sollen.“

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Text: Brigitte Breyling, Foto: ADFC Bremerhaven

2 Antworten zu „Radfahren in der Fußgängerzone“

  1. Barbara Zierke sagt:

    Hallo,

    da seit Ihr ja der Zeit schon mächtig im Voraus. (siehe 3. Zeile „im September 2009 „).
    Ganz schön schnell, wie die Zeit vergeht.

    LG
    Barbara

  2. ADFC Bremen Blogger sagt:

    Danke für den Hinweis, Barbara!
    Habe es gleich korrigiert,
    lieben Gruß,
    Tobias

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