Fahrradkrimi im April

Wer glaubt, dass in Bremen mehr als anderswo Fahrräder auf illegalen Wegen entwendet werden, der wird durch die Statistik bestätigt: Pro 100.000 Einwohner werden durchschnittlich 1.332 Fahrräder gestohlen. Der bundesweite Durchschnitt beläuft sich auf 447 gestohlene Räder pro 100.000 Einwohner.
Dabei können nur knapp 4 % aller Fahrraddiebstähle von der Polizei Bremen aufgeklärt werden, während bundesweit knapp 30 % aufgeklärt werden. (Statistik von 2006; ADFC)

Ein Beispiel vom 23. April 2008 zeigt, wie unverfroren Fahrraddiebe vorgehen, wenn sie nicht von aufmerksamen Mitmenschen dabei gestört werden:

Die 32-jährige Zeugin überraschte den 42-jährigen Fahrraddieb in der Papenstraße, als er gerade einen Bolzenschneider aus seiner Jacke zog und blitzschnell die Schlösser an einem Damenrad knackte. Ohne Erfolg versuchte die Zeugin, Passanten mit zur Tatverhinderung zu aktivieren. Nachdem der Täter sich auf das Fahrrad geschwungen hatte, verfolgte ihn die 32-Jährige noch, verlor ihn aber bald aus den Augen. Nachdem die Frau auf eine Polizeistreife getroffen war, berichtete sie von der Tat und beteiligte sich selber an der Fahndung. Kurz darauf konnte der Dieb mit dem Rad in der Rembertistraße gefasst werden. Er gestand die Tat und gab an, dass er auf diese Art und Weise seinen Lebensunterhalt aufbessern würde. Zitat: “Ich gehe einfach in umliegende Kneipen. Mir ist es egal, für 20 Euro wäre ich es auf jeden Fall losgeworden”. Als Beleg für seine Lebensgestaltung dient die Liste seiner bisherigen Auffälligkeiten im Bereich der Eigentumskriminalität.
(Pressemitteilung der Polizei Bremen).

Und nun noch die dazugehörige Warnung: Wer - auch ohne es zu Wissen - ein geklautes Fahrrad kauft, macht sich der Hehlerei schuldig! Wer sich beim Kauf eines gebrauchten Fahrrades davor schützen möchte, sollte sich einen Fahrradpass ausstellen lassen, in dem die Daten des Personalausweises des Verkäufers eingetragen werden.

Der nächste Fahrradmarkt des ADFC Bremen findet am 7. Juni statt.

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