Bremen/Oldenburg. Der ADFC gründete sich 1979 nicht nur als Bundesverband, sondern für die Region Unterweser (Bremen, Oldenburg) zunächst auch als
Bezirksverein (1990 werden Landes- und Kreisverbände neu strukturiert). Regionale Informationen werden seit 1980 zwischen drei bis sechs Mal im Jahr zunächst über Rundschreiben, später über das pedal verbreitet.
So erfahren Mitglieder und Interessierte seit nunmehr 30 Jahren auf vielfältige Weise, was sich fahrradpolitisch in Bremen und umzu tut, wo die größten politischen und tatsächlichen Baustellen sind und welche Radtouren wann und wo angeboten werden. Dabei haben sich in diesen fast drei Jahrzehnten durchaus einige, zumindest im Rückblick, kurios anmutende Beiträge angesammelt.
Zu Beginn wurde noch in deutlichen Worten und schöner Regelmäßigkeit die Zahlungsmoral der Mitglieder bemängelt. Das änderte sich rasch…
Bestand das Rundschreiben anfangs noch aus vier sorgsam mit Schreibmaschine getippten recyclinggrau vervielfältigten DIN-A5-Seiten, so steigerten sich Umfang und Gehalt des späteren pedal parallel zum Wachstum des ADFC. Buchbesprechungen, Termine, Tourenvorschläge, Vereinsinterna und Techniktipps erreichten die Leserschaft.
Das pedal spiegelte den Zeitgeist der späten 1970er- und frühen 1980er-Jahre: Gefragt waren Selbsthilfe und sparsamer Umgang mit Ressourcen: Basteln hieß das Zauberwort. In Heft 4/86 wurde beispielsweise die „preiswerte (DM 50.-) und in zehnjährigem Betrieb bewährte Akku-Lichtanlage“ samt Schaltplan „zum
Selbstbau für den sicherheitsbewussten Radfahrer“ vorgestellt.
Wie pedal ein zwischen 1980 und 1987 entstanden ist, wird vom langjährigen „Chefredakteur“ Hans Hannemann sehr anschaulich beschrieben: „278 Seiten habe ich in dieser Zeit (fast alleine) bearbeitet, gesetzt (geschrieben mit einem Finger auf der Schreibmaschine), zeitweise auch gefaltet, eingelegt.“ (pedal 4/87)
Die Ära der Schreibmaschine war kurz darauf beendet. Dieter König als neuer Verantwortlicher arbeitete mit dem Computer ab dem pedal 1/88 – nicht ganz reibungslos: „Das rechtzeitige Erscheinen, daß ich mir so fest vorgenommen hatte, ist durch einige technische Mißlichkeiten nicht geglückt.
Ich traue mich kaum den Grund zu nennen, denn die böse böse EDV wird zu oft in Behörden und Verwaltungen als die Standard-Ausrede herangezogen, als daß sie noch als Ursache für Verzögerungen akzeptiert wird.“
Rund zehn Jahre nach der Gründung des ADFC titelte das pedal dann ganz politisch: „DDR: Endlich frei!“ – gemeint war die Reisefreiheit beiderseits der Grenze (sogar für Radfahrer), aber auch das Meer an
„knatternden und stinkenden Trabbis“, das über die BRD hereinzubrechen drohte.
Im pedal spiegelt sich auch der lange Atem der ADFC-Aktiven in der verkehrspolitischen Arbeit. Sei es die Fahrradstation am Hauptbahnhof, das Konzept für ein Netz von Velo-(Haupt-)routen oder der Kampf gegen schlechte Radwege oder quälende Ampelschaltungen – Erfolge mussten oft zäh erstritten werden oder
blieben auch manchmal aus. Das gilt bis heute – anschaulich wieder zu finden in der Rubrik PLUSMINUS.
Seit 2007 erscheint das pedal vollständig vierfarbig und mit jeweils einem Schwerpunkt-Thema. Seitdem sind die Radtouren in einem eigenen Heft pedal SPEZIAL zu finden – als A5-Kalender für das ganze Jahr.
Redaktion und Produktion sind jetzt enger an die Landesgeschäftsstelle und den Vorstand angebunden, auch ehrenamtliche Redakteure sind mit Engagement dabei (und freuen sich natürlich über interessierte Verstärkung – siehe Seite 23)…
Jan Brüning/Klaus-Peter Land